Die King’s-College-Studie: was wilde Blaubeeren bei Blutgefäßen und Gedächtnis bewirkten
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Forscherinnen und Forscher des King’s College London und der University of Reading haben sich eine einfache Frage gestellt: Was passiert, wenn Menschen über 65 drei Monate lang jeden Tag wilde Blaubeeren bekommen?
Die Ergebnisse erschienen 2023 in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition.
So lief die Studie ab
Teilgenommen haben 61 gesunde Männer und Frauen zwischen 65 und 80 Jahren. Die Hälfte von ihnen bekam jeden Tag ein Getränk mit 26 g gefriergetrocknetem Pulver aus ganzen wilden Blaubeeren. Das entspricht etwa 178 g frischen Blaubeeren. Die andere Hälfte trank ein Placebo: ein Getränk, das genauso aussah und schmeckte und denselben Gehalt an Ballaststoffen, Zucker und Vitamin C hatte, aber keine Blaubeeren enthielt.
Weder die Teilnehmenden noch das Forschungsteam wussten während der gesamten Zeit, wer was trank. Die Studie lief zwölf Wochen.
Was das Forschungsteam herausfand
Bei den Teilnehmenden, die das Blaubeergetränk tranken, zeigten sich im Vergleich zur Placebogruppe:
- eine bessere Gefäßfunktion, also die Fähigkeit der Arterien, sich elastisch zu weiten, wenn der Körper mehr Blut braucht,
- ein niedrigerer systolischer Blutdruck – im Durchschnitt um 3,6 mmHg, gemessen über den ganzen Tag,
- ein besseres unmittelbares Gedächtnis für Wörter sowie mehr Tempo und Genauigkeit bei Aufgaben, bei denen man die Aufmerksamkeit wechseln muss.
Das Forschungsteam führt das auf die blauen Farbstoffe der Blaubeeren zurück, die Anthocyane. Im Blut und Urin der Blaubeergruppe fanden sich deutlich mehr davon als bei der Placebogruppe.
Was das bedeutet – und was nicht
Es ist eine einzelne hochwertige Studie: gut geplant, verblindet und placebokontrolliert. Das heißt aber nicht, dass Blaubeeren Bluthochdruck heilen oder das Altern aufhalten. An der Studie nahmen 61 Personen teil, alle gesund und alle über 65. Bei jüngeren Menschen oder bei Menschen mit Erkrankungen kann das anders aussehen.
Interessant ist eher, dass schon ein Getränk aus ganzen Beeren – und nicht isolierte Stoffe in Kapseln – innerhalb von drei Monaten messbare Veränderungen bewirkt hat. Und dass es gerade wilde Blaubeeren waren: kleine Beeren, die niemand pflanzt und die von selbst auf den kargen Ebenen Kanadas und im Nordosten der USA wachsen. Hierzulande denkt man bei Blaubeeren schnell an Waldheidelbeeren, die man im Sommer sammelt und von denen man eine blaue Zunge bekommt. Die Beeren aus der Studie sind jedoch eine andere, nordamerikanische Art.
Wilde Blaubeeren machen auch bei gfBar 50 % der Füllung aus. Der Riegel ist aber nicht das Getränk aus der Studie: Er enthält eine andere Menge Blaubeeren, und wir schreiben ihm die Ergebnisse der Studie nicht zu. Warum in gfBar ausgerechnet wilde Blaubeeren stecken, lesen Sie im Beitrag über wilde Blaubeeren aus Nova Scotia (Kanada).
Quelle: Wood E. et al., Wild blueberry (poly)phenols can improve vascular function and cognitive performance in healthy older individuals: a double-blind randomized controlled trial. American Journal of Clinical Nutrition, 2023. Zur Studie (englisch)